Russisch Blut - Pressestimmen (zurück)

"Russisch Blut erzählt (...) von der Vergewaltigung von Frauen als Mittel der Kriegsführung. Ein Thema, das von vielen Männern immer noch und immer wieder als Bagatelle abgetan wird. Welchen Preis die betroffenen Frauen zu bezahlen haben, das steht dagegen im Mittelpunkt von Anne Chaplets neuem Kriminalroman. (...) Sie wird in ihrer Arbeit immer wieder von der Frage umgetrieben, wie die Schatten der Vergangenheit in der Gegenwart fortwirken. ‚Russisch Blut' ist dafür ein Paradebeispiel: Literarisch vielleicht nichts Neues. Aber ein kämpferischer Roman, der ein wichtiges Thema im Blickpunkt hat. Engagierte Literatur im allerbesten Sinn."
Ulrich Noller, WDR 5, 24. März 2005

"Die Idee der Autorin, im ersten Teil des Buches Mathilde und Katalina im Wechsel auf Schloß Blanckenburg zugehen zu lassen, ist zwar bestechend. Die Beschreibung der Flucht Mathildes und die Ankunft Katalinas ist mitreißend und spannend. Dabei hätte es Anne Chaplet besser bewenden lassen. Die Geschichte der beiden Flüchtlingsfrauen wäre berührend genug. Es wäre ein Frauenbuch entstanden, kein Krimi.
So aber dauert es zu lange, bis mit dem Tod des Archäologen wirklich etwas passiert. Die Polizei tritt erstmals auf Seite 134 auf, bis dahin weiß der Leser nicht recht, was er von der Geschichte halten soll. Das ist schade, weil der Krimi-Plot eigentlich stimmt und die Geschichte packend erzählt wird. Stünde der Mord am Anfang des Buches und hätte die Autorin danach die Geheimnisse der beiden Frauen aufgerollt, wäre ein richtiger, sogar ein außergewöhnlicher Krimi entstanden. Nicht jedem Autor gelingt es nämlich, Menschen auf so ungewöhnliche Art das Zeitliche segnen zu lassen wie Anne Chaplet."
Sonja Kolb, Rheinische Post, 24. März 2005

"Anne Chaplet steckt leider viel zu viel in dieses Buch, die Mordserie wirkt eher unglaubwürdig. Dabei hat die Autorin ein großes Wissen über die deutsche Geschichte, das sie in ihren älteren Krimis auch geschickt verpackt hat. Die neue Protagonistin Katalina Cavic allerdings ist sehr sympathisch."
Landbote Winterthur, 17. März 2005

"Anne Chaplet verknüpft die historischen Fäden geschickt mit der Gegenwart und erzeugt in gewohnter Weise die Spannung, die der Krimileser an ihren Büchern so schätzt."
Hanne Kulessa, Hessischer Rundfunk, 12. März 2005

"Ein packender Lesegenuß für geschichtsinteressierte Krimifans."
Elke Reickersorfer, Mostviertel-Basar, 1. März 2005

"Der Ideenreichtum hätte für zwei Krimis gereicht; so ist es einer geworden, und nicht Chaplets bester."
Hellweger Anzeiger, 26. Februar 2005

"Jenseits der eigentlichen Geschichte erzählt Cora Stephan die uralte Geschichte von der Schuld und der Gewalt im Krieg, deren Opfer immer die Frauen sind. Unter der Last dieser vielen, mehrfach gespiegelten ‚Vergangenheiten' bricht dieser Krimi aber schlichtweg zusammen. Die Geschichtslektion ist gut gemeint, aber der Zeigefinger verdirbt die Spannung. Anne Chaplet kann das besser."
Berndt Hermann, Pfaffenhofer Kurier, 12. Februar 2005

"Gekonnt teilt Anne Chaplet ihren Romanstoff in vier Teile ein und diese dann wiederum in einzelne, spannende bis ergreifende Kapitel. Sie schafft es, selbst nur mit Andeutungen, das unendliche Leid der ostpreußischen Flüchtlingsfrauen darzustellen. Anne Chaplet verwebt geschickt die Vergangenheit mit der Gegenwart, läßt so Parallelen entstehen. Ihre Sprachgewalt ist eindringlich, die Beschreibungen der Charaktere sind angenehm anders."
Ingrid Schmitz, TextArt 1-2005

"Ein Krimi, der mehr bietet als bloße Spannung (...) Unterhaltung auf hohem Niveau und zu niedrigem Preis - allen Büchereien empfohlen."
Ileana Beckmann, der Evangelische Buchberater 2005/1

"Nein, wir sind hier nicht in einer neuen Pilcher-Verfilmung, sondern am Beginn eines sorgfältig und kunstvoll verwebten Krimis um Furcht, Zweifel, Verdrängung und Schuld. In klaren Bildern läßt Anne Chaplet im Leser einen spannenden Film entstehen, den man lange nicht vergißt."
K. Ara, www.krimi-forum.net

"Es ist ein unkonventioneller, eher ernsthafter, aber keineswegs moralinhaltiger Krimi. Nicht wahnsinnig spannend,dafür aber insgesamt gut geschrieben und in einzelnen Passagen sprachlich sogar brillant.
Kl., in: P.S., Die linke Zürcher Zeitung, 3. Februar 2005

"Russisch Blut ist (...) ein bißchen mehr als ein ganz normaler Krimi mit schlechten Taten, die sich irgendwann rächen. Anne Chaplet wagt sich diesmal auch an ein heikles Thema: Vergewaltigung im Krieg. Und sie spricht davon - oder besser: läßt ihre Figuren sprechen - auf eine Weise, die weder peinlich noch unsensibel ist. So bekommt der Roman zwischendurch einen richtig tiefen Klang, beklagen sollte man das nicht."
Sylvia Staudte, Frankfurter Rundschau, 28. Januar 2005

"In ‚Russisch Blut' erzählt Anne Chaplet behutsam von der Kraft des lange Verdrängten. Die Personen genau charakterisierend leuchtet sie das dörfliche Milieu und die Seelen der Schloßgäste aus. Chaplet beschreibt gekonnt provinzielle Mentalität. Mit ‚Russisch Blut' ist ihr ein lesenswerter Kriminalroman gelungen."
Volker Albers, Hamburger Abendblatt vom 22. Januar 2005

"Stilistisch makellos hat Anne Chaplet eine packende Geschichte zu Papier gebracht, die aber aufgrund ihrer Herleitung aus verschiedenen Perspektiven und zu vieler hineingepackter Aspekte die Spannung nur selten halten kann. Nur wenige ihrer Charaktere (...) sind gut und tiefgründig dargestellt, die anderen bleiben doch weitgehend oberflächlich."
Peter Kümmel, www.krimi-couch.de

"Eine eigensinnige, äußerst diesseitige und zugleich sehr gedankenspielerische Inszenierung verschiedener Erzählebenen und -fäden, verknotet in historistischem Umfeld, von unerschrockenen analytischen Blicken angenehm begleitet."
Buchempfehlung von Hans-JürgenLinke, Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2004

"Klug und empfehlenswert." Elke Koch, Weiber Diwan, Herbst/Winter 2004

"Dunkles Geheimnis - helle Freude." Russisch Blut "gehört zum ?esten, was die neuere deutsche Krimi-Literatur zu bieten hat."
Gw, Gießener Allgemeine, 20. November 2004

"Sprachgewaltig schildert Chaplet die dramatische Flucht einer Frau in den Wirren des 2. Weltkrieges. (...) Mutig ist die Gewinnerin des diesjährigen Deutschen Krimipreises. Sie hat sich nicht nur eines heiklen Themas angenommen, sondern auch ihre erfolgreichen Serienhelden (...) vorübergehend auf Eis gelegt. Der Mut hat sich gelohnt: Ihre Schilderung der Vertreibung aus Ostpreußen erinnert in Qualität und Stil an Christine Brückner. Anne Chaplet hat diese Ereignisse verknüpft mit der aktuellen deutschen Geschichte und den jüngsten Ereignissen in Ex-Jugoslawien. Das ist im ersten Fall organisch und gelungen, im zweiten ein wenig gezwungen und kompliziert. Auch die Spannung hält sich lange in Grenzen, der Pegel steigt erst auf den letzten Seiten. Doch dafür ist ihre neue Protagonistin durchaus beeindruckend, sind Stimmung und Atmosphäre äußerst dicht, ist ihr sprachliches Niveau überzeugend. Anne Chaplets Krimis sind mindestens so gut wie die Romane ihrer skandinavischen Konkurrenz."
Ulrike Lotze, Westdeutsche Zeitung, 30. Oktober 2004

"Will man das noch lesen? Krimis, in denen der Zweite Weltkrieg und die faschistische Vergangenheit eine Rolle spielen? Droht da entweder das Klischee oder die Lehrstunde? Nicht wenn gute Autoren eine Geschichte erzählen, in der glaubhaft die Vergangenheit ins Heute reicht, so daß sie uns packt und ergreift. ... Ein feines Buch mit einer komplexen Geschichte, von Ann (sic!) Chaplet mit gewohnter Könnerschaft erzählt."
Andrea Fischer im Tagesspiegel vom 24. Oktober 2004

"'Russisch Blut' ist kein leichter, aber ein leicht zu lesender und spannender Kriminalroman. Der Rezensentin raubte er die Nachtruhe - und was lässt sich Besseres über einen Krimiroman sagen."
PK in der Badischen Zeitung, 19. Oktober 2004

"Vor ein paar Jahren wäre so etwas undenkbar gewesen. In Anne Chaplets Krimi ‚Russisch Blut' kommt nicht bloß eine junge, aus Bosnien geflohene Tierärztin in ein noch immer vom verfallenden gräflichen Gut überschattetes ostdeutsches Kaff und bringt die Erinnerungen an die Greuel des Balkankriegs mit sich. Die Erinnerungen werden parallel zu anderen Erfahrungen erzählt: der Roman blendet zurück ins letzte Kriegsjahr, er erzählt von Flucht und Vertreibung, von der Vergewaltigung einer jungen Frau durch Rotarmisten. In einer Kette von Verbrechen wird auch dies als Verbrechen dargestellt. Wer nun reflexhaft schimpft, hier werde also am deutschen Rollentausch vom Täter zum Opfer gearbeitet, dem ist nicht zu helfen. Chaplet alias Cora Stephan gibt sich gerade in den schwierigen Passagen keine Blöße, sie zeigt Leiden, ohne eine Nation reinzuwaschen. Leider schwächelt ihr neuer Roman in den leichten Passagen..."
Stuttgarter Zeitung, 1. Oktober 2004

"Auch eine Anne Chaplet darf einmal ein bisschen auf den Spuren Karl Mays wandeln und in Themen und Motiven von dessen frühen Kolportage-Romanen wie "Waldröschen" schwelgen - verlorene Söhne und Mütter, alte Schlösser und gruselige Grüfte inbegriffen. Aber Anne Chaplet wäre nicht Cora Stephan (so heißt sie wirklich), wenn sie das Ganze nicht in ein gut recherchiertes Hier und Heute einzubauen wüsste. Ihr Roman - der ohne ihr bekanntes hessisches Figurenensemble auskommt - spielt in den nicht mehr so neuen östlichen Bundesländern und handelt von Vertreibung, Flucht, Vergewaltigungen und Rückkehr. Die Heldin ist diesmal eine Tierärztin aus Ex-Jugoslawien, deren Schicksal mit dem der deutschen Figuren während und nach dem Zweiten Weltkrieg parallelisiert wird. Packend gemacht, höchst lesenswert."
Amazon-Rezensent Hewaja 1 aus Bitburg, 28. September 2004

"Pferdekutschen, ein verfallenes Schloß und Herrschaften in guten Berufen und den besten Jahren. Aus diesem Stoff hätte man ebensogut einen honigsüßen Schmöker à la Rosamunde Pilcher fertigen können. Aber Anne Chaplets sechster Krimi ist alles andere als das." "Ähnlich wie viele skandinavische Krimiautoren intoniert sie ihre Bücher gern sozialkritisch."
Ihre Krimis "sind zwar ein wenig kompliziert, doch immer logisch gebaut."
Hindejah Farah in Spiegel Special 4/2004

"Es ist schön, festzustellen, daß auch deutsche Autoren in der Lage sind grandiose Krimis zu schreiben."
Sieben und dreißig, 15. September 2004


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